Auf dem P-Weg nach Moab: Einer liegt, zwei laufen, drei leiden

Noch ein halbes Jahr bis zum Behind the Rocks Ultra in Moab. Während Wiggy und Sascha ihre Beine im Sauerland zum Glühen bringen, macht Stefan die Haxen lang: im Krankenhaus.

Egal, ob Plettenberg oder Moab — Hauptsache Berge. Höhenmeter kann man vor einem Ultra, der über hügeliges bis bergiges Terrain führt, gar nicht zu viel trainieren. Außerdem schulen Trails die Trittsicherheit, auf die es beim Behind the Rocks Ultra mindestens genauso sehr ankommen wird wie auf Ausdauer und Kraft. Daher stand fest: Wir laufen den legendären P-Weg in Plettenberg. Doch daraus wurde leider nichts.

Stefan: Einer liegt im Bett

Schon länger plagen mich Schmerzen in den Schultern. Mal rechts, mal links, mal beidseitig. Die Schmerzen waren irgendwann dermaßen stark, dass ich von Ibuprofen über Novalgin, Ibuprofen mit Novalgin bei der Dreier-Combo Ibuprofen plus Novalgin plus Tilidin angekommen war und gleichzeitig der Beschluss stand: Das wird operiert.

Treppenhaus statt Plettenberg: Im Krankenhaus lädt die Treppe zum Bewegen ein.

Die Op stand am Mittwoch vor dem P-Weg auf dem Programm, verlief reibungslos und im Nachklang auch sehr schmerzlos. Ich kenne mich ja mit Krankenhäusern nicht so aus (die Herz-Geschichte im Juni war mein erster Übernachtungsaufenthalt seit ca. 48 Jahren), entsprechend neu war für mich die Erfahrung, einen Drainage-Schlauch aus der Schulter schauen zu haben. Naja, ich erspare die fiesen Details — bis auf dieses: Meine rechte Schulter war innen nicht nur verkalkt (wobei: der Kalk wurde bei der Op nicht gefunden, war also wohl schon von der Stoßwelle weggebombt worden) und entzündet, sondern auch versteift. Diese Versteifung musste das Op-Team lösen, bevor der minimalinvasive Teil der Op beginnen konnte. Dieses Lösen muss sich spektakulär anhören. Mitbekommen habe ich es natürlich nicht.

Licht am Ende des Tunnels

Inzwischen bin ich wieder zu Hause und nehme kaum noch Schmerzmittel. Meine Physiotherapeutin ist zufrieden mit meiner Schulter, hat jede Menge Muskeln und Wirbel bei mir gelockert. Allmählich sehe ich Licht am Ende des Tunnels und glaube, dass ich alsbald wieder erste Laufschritte wagen kann. Das Leiden könnte bald wirklich ein Ende haben. Allerdings ist da ja noch die linke Schulter, die einige Fragezeichen in meinem Kopf hinterlässt.

Sascha und Wiggy: 21 Kilometer, 600 Höhenmeter beim P-Weg

Gelitten, aber auf wunderbare Weise, haben auch meine Moab-Mitläufer Sascha und Wiggy.

Sascha: Schwere Beine

Ich habe heute zum ersten seit langem wieder richtig schwere Beine. Der Lauf in Plettenberg ist wirklich top organisiert. Für die vielen Helfer war es mit Sicherheit auch hart, bei dem Wetter an den Ständen zu sitzen. Ich finde es nicht selbstverständlich, dass so viele ehrenamtlich ihren Dienst leisten. Und dann bekommt auch noch jeder ein Finisher-Shirt.

Stürme, Dürre und Borkenkäfer haben dem Wald im Sauerland zugesetzt.

Wahrscheinlich hat der Lauf durch die Abholzung wegen des Borkenkäferbefalls an Attraktivität verloren, weil die Landschaft ohne Bäume teilweise schon ein bisschen trist wirkt. Aber eine geile Herausforderung ist der Lauf allemal. Ich habe gelesen, dass seit Corona die Teilnehmerzahlen zurückgehen. Beim letzten Mal waren es beim Halbmarathon wohl noch 60 Teilnehmer mehr. Der P-Weg ist bestimmt kein „Jedermannslauf“, aber es wäre wirklich schade, wenn sich der Trend fortsetzt. Da steckt so viel Engagement drin, das muss gewürdigt werden.

Am miesesten fand ich übrigens dieses kleine „Bergdorf“. Da läuft man durch, die versammelte Dorfgemeinschaft feuert einen an, tut ganz harmlos und dann steht man am Dorfausgang auf einmal vor so einer 17-%-Rampe!

Auf den letzten drei Kilometern ging es auf schmalen Waldpfaden bergab. Da war ich schon ziemlich müde, musste mich aber nochmal konzentrieren, um nicht den Hang runter zu purzeln oder zu stolpern.

Wiggy: Da steckt viel Herzblut drin

Mal eben so kann man den Lauf bestimmt nicht laufen. Das war richtig anspruchsvoll, und irgendwann blieb auch nichts Anderes übrig als zu walken.

Wiggy beim P-Weg.

Im P-Weg steckt sehr viel ehrenamtliches Engagement. Es wäre wirklich schade, wenn der Lauf irgendwann sterben sollte. Allerdings ist der Ultra wohl allgemein populär, weil er als Quali für den Ultra am Matterhorn gilt. Deshalb waren auch relativ viele Ultraläufer am Start.

Ich fand toll, dass es zur Abkühlung Schwämme gab und dass die nicht so versifft waren, wie man befürchten konnte. Die Organisatoren haben sich da schon sehr, sehr viele Gedanken gemacht. Da steckt sehr viel Herzblut drin.

Fazit: Nächstes Jahr wieder auf den P-Weg

Nach dem dreifachen Leiden im Bett und in Plettenberg steht ein gemeinsames Fazit fest: Nächstes Jahr darf es gerne wieder auf den P-Weg gehen. Dann aber zu dritt.

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