Der Asics Kayano 27: Wiedersehen mit Muskelkater

Der Kayano von Asics war lange Zeit mein absoluter Lieblingssschuh. Er gab dem Fuß sehr bequemen Halt und angenehme Stabilität. Doch irgendwann trennten sich unsere Wege. Ich wollte dynamischere Schuhe, der Kayano war immer eher ein Treffer für lang und langsam. Nun habe ich ihn wieder – und fühle mich gar nicht so wohl wie früher.

Unter den Laufschuhen für Überpronierer ist der Kayano von Asics der König. Er bildet seit jeher eine perfekte Mischung als Dynamik, Komfort und Halt. Wer den für sich entdeckt hat, macht diesen Schuh bald zum Maßstab für alle weiteren Anschaffungen.

Im Zweifel für den Kayano

Ich war auch immer treuer Kayano-Läufer. Es war der „Im Zweifel“-Schuh. Wenn du nicht weißt, welchen Treter du anziehen sollst, nimm einfach den Kayano.

Das hat sich erst geändert, als ich auf leichtere und vor allem auf ungestützte Schuhe umgestiegen bin. Seitdem spielt der Nimbus von Asics die Rolle, die zuvor sein gestützter Cousin eingenommen hatte. Schon seit Jahren laufe ich jetzt mit Neutral-Schuhen und fühle mich sehr wohl damit.

Alles wie gehabt: Der Kayano ist ein Allzweck-Schuh für alle Untergründe.

Als Asics mir anbot, den neuen Kayano 27 zu testen, musste ich darum erst kurz überlegen, ob ich den überhaupt will. Aber einen Versuch sollte es wohl wert sein, zumal mich der Vergleich mit dem Nimbus interessiert. Also: Rein in den Kayano 27 und ab, auf die Teststrecke!

Der Kayano läuft sich, als wäre er nie weg gewesen

Ein Lauf zur Arbeit soll es sein. 18 Kilometer, hügelig mit langer Bergab-Passage. Wie es sich gehört, fühlt sich der Kayano 27 an, als wäre er nie weg gewesen. Es ist einfach rundherum ein Schuh zum Wohlfühlen. Das neue Modell ist angenehm leicht und anschmiegsam. Wie seine Vorgänger und auch der Nimbus, versprüht der Kayano allerdings sehr wenig Bewegungsdrang. Da sind Asics‘ flottere Modelle wie der Novablast, der GlideRide und der EvoRide ganz anders drauf.

Der Kayano 27 läuft sich sehr ausgewogen. Ich bilde mir ein, die Pronationsstütze auch tatsächlich zu spüren, insbesondere unterm rechten Fuß. Das mag Einbildung sein, aber dann hat man Knie ebenfalls eine starke Fantasie, denn es fängt nach wenigen Kilometern an etwas zu stechen.

Irgendwie fühle ich mich mit Pronationsstütze schief.

Ist das eine Unwucht durch die Stütze? Muss sich meine Beinachse erst wieder daran gewöhnen? Ich vollende den Lauf und bin zunächst einmal etwas enttäuscht. Mal sehen, wie sich die Sache mit dem Kayano entwickelt.

Muskelkater nach dem Testlauf

Bei den nachfolgenden Läufen mit dem Schuh ist es nicht so drastisch, aber ich habe das Gefühl, insgesamt etwas hölzerner unterwegs zu sein. Mal zwickt das Knie, mal die Wade, mal der Rücken. Am nächsten Morgen habe ich sogar Muskelkater! Im neutralen Nimbus fühlt es sich besser an. Das liegt allerdings nicht am Kayano 27, sondern daran, dass ich seit Ewigkeiten keinen gestützten Schuh mehr gelaufen bin. Ich hätte nicht gedacht, dass der Unterschied so stark ins Gewicht fällt.

Fazit: Der Kayano 27 ist ein Allzweck-Schuh für Überpronierer

Solltest du Überpronierer und auf der Suche nach einem Schuh für alle Lauf-Lebenslagen sein, liegst du beim Kayano 27 richtig. Er kann Asphalt und leichte Trails, bietet eine perfekte Mischung aus Komfort und Dynamik. Ich werde mich dennoch von ihm trennen, weil ich inzwischen mit neutralen Schuhen besser unterwegs bin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.