Antelope Canyon Ultra, Folge 7: seit Monaten chronisches Reisefieber

Bis zum 14. März ist es noch lange, lange hin – genau ein halbes Jahr. Doch spätestens seit ich Mitte Juni das Anmeldeformular für den Antelope Canyon Ultra ausgefüllt habe, leide ich an chronischem Reisefieber. Seit Monaten bastele ich an einer Reiseroute durch die USA. Wochenlang habe ich Flüge gesucht und dann auch gebucht. Hier die vorläufigen Ergebnisse.

Seit 2010 war ich nicht mehr in Amerika, seit 1992 nicht mehr im Südwesten. Es wird mal wieder Zeit. Darum habe ich mich auch so über den Antelope Canyon Ultra gefreut. Länger schon hatte ich nach einer Möglichkeit gesucht, irgendwo im Westen/Südwesten der USA an einem Lauf teilzunehmen. Dass es so ein Brocken wird, war eigentlich nicht geplant.

Aber egal. Die weite Reise soll sich ja lohnen. Und damit sie das auch tut, verbringen die Eheleute Reinke nicht nur drei Tage in den USA. Es wird ein 14-tägiger Urlaub. Und da ich mich ja schon ein klitzekleines bisschen am Reiseziel auskenne und weiß, was es zu sehen gibt, was ich schon gesehen habe, was ich nochmal sehen will und was ich auf jeden Fall endlich mal sehen will, habe ich mich mit Genuss auf Google Maps gestürzt und eine Route gebastelt.

Google Maps ist mein ständiger Begleiter

Täglich. Mehrmals. Also eigentlich ständig. Ob am Handy, am Tablet oder am PC – Google Maps ist sein Monaten mein Begleiter. Sobald ich irgendwo einen Ortsnamen aufschnappe, schaue ich, ob er sich irgendwie in die Route einbauen lässt. Ich habe Übernachtungen geplant, ohne ein Wohnmobil gebucht zu haben. Als das dann endlich erledigt war, habe ich erst recht nach Campingplätzen gesucht.

Der Grand Canyon ist Pflicht.

Nochmal: Das Rennen ist im März. Wir haben September. Seit Juli ist meine Route fertig. Wobei „fertig“ bedeutet, dass ich weiß, wo es grob langgeht.

Ich hatte Varianten eingebaut. Eine Liste mit Pflicht-Stops und möglichen Stops entlang der Route angelegt. Sollten wir bei der Lotterie für das Naturwunder „The Wave“ gewinnen, gibt es dafür auch noch den einen oder anderen Reservetag in der Planung.

Die Reise ist stressfrei planbar

Blöd nur, dass ich so durchgeplante Reisen eigentlich gar nicht mag. Mir reicht es eigentlich, die Route in grobe Tagesabschnitte zu unterteilen, um zu weissen, was überhaupt realistisch machbar ist. Im Grunde gibt es doch nur einen Fixpunkt auf der ganzen Reise. Ich muss am 13.3. in Page sein, um meine Startnummer für den Antelope Canyon Ultra abzuholen. Am 14.3. ist der Lauf – der Rest ist völlig stressfrei planbar.

150Tage 15Stunden 05Minuten 50Sekunden

Relive ‚Antelope Canyon Ultra 50 mi‘

Aber man will ja Sachen zeigen. Meine Frau war noch nie in der Gegend, also sehe ich den Grand Canyon und das Monument Valley als Pflicht an. Außerdem habe ich von beiden Orten keine vernünftigen Fotos. Der Arches National Park ist leider zu weit vom Schuss. Start- und Zielort der Reise wird Las Vegas sein – das Wohnmobil war pervers billig, die Route ergibt sich ein bisschen von allein.

Google Maps bremst den Eifer ein bisschen

Die Planerei macht einfach Spaß. Googlen, in Foren lesen, informieren, die Route ändern und hübsch machen – was für ein Segen, dass Google Maps den Eifer etwas bremst und nur eine begrenzte Anzahl an Ebenen auf einer Karte erlaubt. Ich würde sonst noch zig Alternativrouten, Wanderwege und was weiß ich nicht alles einbauen. Unter anderem bei GPSies findet man ja fast alles.

Glückliche Fügung will es nun, dass mein Vatta (ich hätte wetten können, dass es so kommt) zeitgleich und wider alle seine Planungen ebenfalls in die USA reist. Und als erfahrener USA-Experte und SUV-Fahrer wird er uns vor unserem Wohnmobil-Trip noch zwei Tage Offroad-Vergnügen ermöglichen. Und zum Lauf in Page wird er wohl auch vor Ort sein. Das erhöht den Druck, das Ding auch finishen zu müssen – gut so.

Ich plane also fleißig. Und als ob das nicht reichen würde, ist mir neulich noch ein Schätzchen über den Weg gelaufen. Eine eine Meile lange Treppe in den Rocky Mountains, südlich von Denver. Zum Glück zu weit weg, um die Route für März integriert zu werden.

Aber wer weiß… Amerika bleibt ja noch ein Weilchen.

 

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