DO it fast – Dortmund hat einen tollen neuen Lauf

Das Getrommel im Vorfeld des neuen „DO it fast“-Laufs in Dortmund war kaum zu überhören. Die Organisatoren hatten sich im Social Web alle Mühe gegeben, die Welt nach Dortmund zu locken. Ihr Versprechen: ein schneller Kurs für Bestzeiten. Sie hatten (fast) recht.

Flach, kurz, schnell – der Kurs, den sich die Macher für DO it fast ausgedacht hatten, erfüllte eigentlich alle Voraussetzungen, um allen Teilnehmern Bestzeiten zu ermöglichen. Doch dann kam das Wetter und machte vor allen Hobby-Läufern einen kleinen Strich durch die Rechnung.

30 Grad, kaum Schatten

War es beim Lauf über fünf Kilometer in den Morgenstunden noch angenehm kühl, zeigte sich das Wetter zu den beiden Zehnern von seiner heißesten Seite. Knapp 30 Grad im an der Strecke kaum vorhandenen Schatten machten aus dem Lauf dann doch ein hartes Stück Arbeit.

Jetzt kann man meckern, dass Hitze im August nicht total überraschend ist und dass man so einen Bestzeitenlauf doch dann stattfinden lassen soll, wenn die Temperaturen läuferfreundlicher sind, also im Frühjahr oder im Herbst. Doch die Organisatoren haben sich bei der Wahl des Zeitpunktes etwas gedacht.

Ein Zehner Ende August ist perfekt für den Herbst-Marathon

Denn ein Termin Ende August passt gleichermaßen für Elite- wie Hobby-Läufer bestens in den Laufkalender. Zwischen Ende September und Ende Oktober finden in Deutschland mit Berlin, Köln, Essen, München und Frankfurt fünf große Marathons statt. Ein Zehner zu diesem Zeitpunkt passt da als Standortbestimmung oder Testrennen in jeden Marathon-Trainingsplan.

Zielfoto mit Ex-Europameister Jan Fitschen.

So ließen sich beachtliche 400 Teilnehmer aufs ehemalige Hochofengelände Phoenix-West locken, um auf Bestzeiten-Jagd zu gehen oder einfach nur Spaß zu haben.

Das gute Wetter lockte zudem noch rund 50 spontane Nachmelder an den Start.

Stimmung noch verbesserungsfähig

Die Pace Pack Runners hatten auf ungefähr halber Strecke eine Cheerzone aufgebaut und dort den Läufern mächtig Beine gemacht. Es ist schon beeindruckend, wie Stimmung einen als Läufer beflügeln kann. Denn als meine Beine wegen eines Dreiklangs aus zu viel Bier, zu wenig Schlaf und zu viel Hitze richtig schwer wurden, bekam ich an der Cheerzone immer einen kleinen Schub, der das Laufen zumindest für ein paar Hundert Meter etwas leichter machte.

Schön wäre es daher gewesen, wenn mehr Publikum an die Stecke gekommen wäre. Aber dafür liegt der Veranstaltungsort einfach zu sehr in der Pampa. Außerdem ist das Rennen noch neu und entsprechend unbekannt.

Wasser gegen die Hitze

Sehr angenehm war die Dusche kurz hinter Start/Ziel. Mit dieser angenehmen Abkühlung ließen sich die 2,5-km-Runden ganz gut in Angriff nehmen. Noch schöner wäre eine zweite Dusche an der Cheerzone gewesen. Um ehrlich zu sein, war ich auf der ersten Runde sogar ein bisschen überrascht/enttäuscht, bei den Pace Pack Runners keine kalte Dusche vorzufinden. Ich glaube aber, die Jungs und Mädels waren vom extrem guten Wetter etwas überrumpelt worden, und einen Wasseranschluss mitten im Nichts zaubert man ja auch nicht mal eben so herbei.

Steven Orlowski von der LG Olympia Dortmund gewann den A-Lauf über 10.000 Meter.

Mein eigenes Rennen war geprägt von Anfangseuphorie, einem zu schnellen Start (wie immer) und viel Kampf. Wie üblich bei Zehnern, kämpfte ich ungefähr ein Drittel des Laufs mit dem Gedanken, aufzuhören. Nach fünf Kilometern fand ich die Idee, abzubrechen, ganz reizvoll.

Ich wollte mit einer 5er-Pace starten und dann nach und nach flotter werden und mich so bei 4:45 einpendeln. Machbar, wie ich aus den letzten Intervall-Trainings gelernt hatte. Als ich zum ersten Mal auf die Uhr schaute, lief ich aber schon 4:30. Beim zweiten Mal – ich war mir sicher, langsamer zu sein – 4:15. Ich reduzierte auf 4:45 und fand ein Trio von den Pace Pack Runners, das ein sehr angenehmes Tempo lief. Ich hatte mich eingerollt und rollte mit.

Alles fühlte sich perfekt an

Keine Ahnung, warum, aber plötzlich lief ich ihnen davon. Ich wollte das nicht und haderte mit mir, weil ich wusste, dass dieser Ausreißer teuer werden würde. Ich versuchte, langsamer zu werden, schaffte es aber nicht. Im Start-/Ziel-Bereich rief Jana Hartmann meinen Namen aus, alles fühlte sich irgendwie perfekt an.

Doch auf Runde Zwei kamen die Zweifel. Die Realität und das Trio der Pace Pack Runners holten mich ein. Ich musste pumpen und beißen, kämpfte mich zur Cheerzone, bekam einen Schub, klatschte Leute ab. Dann wurde die Strecke wieder einsamer und es begann der Kampf mit den Zweifeln.

Kalte Dusche im Ziel.

„Do not finish is always an option“, dachte ich und fand das im selben Moment total bescheuert. Ich war doch nur kaputt, aber das hier war Sport – da kommt es schon mal vor, dass man sich anstrengen muss. Ich lief durch den Start-/Zielbogen und begann mit Runde Drei. Patricia de Graat – Siegerin des Fünfers – winkte mir zu. Ich deutete an, dass ich mich elend fühlte, aber nutzt ja nix – weitermachen.

Mein neues Ziel: ankommen, Spaß haben. Okay, ankommen. Spaß geht anders. Runde Drei geht vorbei, bekannte Gesichter feuern mich an. Runde Vier ist nicht mehr als anstrengendes Auslaufen.

Im Ziel bin ich natürlich platt und lasse mich erst einmal gründlich abduschen. Die Abkühlung tut gut. Mit klitschnassen Klamotten spaziere ich durch den Zielbereich.

Fazit: Trotz Hitze eine tolle Veranstaltung

Die Erstauflage von DO it fast darf wohl mit Recht als Erfolg bezeichnet werden. Ein paar Stellschrauben gibt es noch, an denen gedreht werden muss. Allen voran die Zielverpflegung. Vielleicht war ich auch einfach zu kaputt, um etwas zu sehen, oder mein Kopf war zu weichgekocht, um Informationen aufzunehmen – aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es weder Obst noch Cola, alkfreies Bier oder sonst etwas gab. Ich habe mir dann Iso an der Streckenverpflegung geholt. Über ein paar Orangen zum Reinbeißen hätte ich mich jedenfalls gefreut. Die fehlende zweite Abkühlung an der Strecke hatte ich schon erwähnt.

Vielleicht sollte das Feld für den A-Lauf etwas erweitert werden. Die Quali-Grenze von 40 Minuten scheint etwas knapp bemessen. Am Ende haben nur 23 Männer und zwei Frauen eine Zielzeit von höchstens 40 Minuten erreicht. Am A-Lauf konnten ob des knappen Limits sogar nur drei Frauen teilnehmen. Eine Ausweitung auf 45 Minuten wäre vielleicht sinnvoll.

Aber das sind Kleinigkeiten, die sich abstellen lassen. Ansonsten war der Lauf eine runde Sache. Und vielleicht kommt im nächsten Jahr ja noch ein bisschen mehr Publikum.

 

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