Antelope Canyon Ultra, Folge 8: Drei Fragen, kaum Antworten

Noch fünf Monate bis zum Start des Antelope Canyon Ultras. Die Vorbereitung läuft eigentlich ganz gut. Aber da sind noch so viele Fragen, die unbedingt geklärt werden müssen.

Wenn große Ereignisse einen entsprechend großen Schatten vorauswerfen, dann muss der Antelope Canyon Ultra ein wahrer Gigant sein. Und vermutlich ist er das auch. 50 Meilen sind kein Pappenstiel und die übrigen Bedingungen um den Lauf herum machen die ganze Sache bestimmt nicht einfacher. Tiefer Sand, rutschige Felsen, steile Abgründe – das klingt spannend.

Angst am Rande des Abgrunds

Besonders spannend, weil ich es ganz, ganz furchtbar finde, an einem zaunlosen Abgrund zu stehen. Ein solcher erwartet mich aber am Horseshoe Bend und ich habe keine Ahnung, wie ich mich überwinden soll, nah genug an den Rand zu gehen, um ein gescheites Foto zu machen.

Ich habe mir sogar einen Gimbal für meine Actioncam gekauft, um beim Laufen – oder Gehen – filmen zu können, aber ich weiß gar nicht, ob ich das Teil die ganze Zeit über an mir rumbaumeln haben will. Irgendwie werde ich den schon verstauen können.

Während ich also landschaftliche und fotografische Nebenschauplätze beackere, stellen sich weitere, viel wichtigere Fragen, auf die ich nur Ansätze von Antworten habe.

Drei Fragen vor dem Antelope Canyon Ultra

1. Was ziehe ich an? Gar nicht so einfach zu beantworten. Auf den Fotos der vergangenen Jahre sind Läufer in langen, kurzen, dicken, dünnen Klamotten zu sehen. Einige haben sogar Handschuhe an, andere rennen rum wie im Sommer. Ein Blick auf die Webseite des Veranstalters bringt keine Klarheit. Temperaturen zwischen drei und 25 Grad seien zu erwarten. Angesichts einer Startzeit um 5.45 Uhr gilt diese Angabe vermutlich für das komplette Rennen. Also Zwiebellook? Variable Klamotten? Ich vertage die Entscheidung auf nach Weihnachten.

2. Welche Schuhe ziehe ich an? Schuhe sind ja das A und O beim Laufen. Ich habe die Salomon vom Saslong-Halbmarathon. Beim Halbmarathon im Gebirge waren die super, aber da lag auch Geröll und Schnee und überhaupt. Aber sind das meine 50-Meilen-Schuhe? Ich fürchte, die sind etwas schwer. Wieder hilft ein Blick auf die Fotos vom Antelope Ultra wenig. Die Läufer tragen Trailschuhe, normale Laufschuhe – danke sehr. Also vertage ich auch diese Entscheidung auf nach Weihnachten.

3. Wie schnell soll ich laufen? Ich habe echt keine Ahnung, welches Tempo ich für den Lauf veranschlagen soll. Das Zeitlimit liegt bei 15 Stunden. Das ist indiskutabel. Ich will nicht trödeln, ich will Sport treiben, aber auch genießen. Beim Saslong-Halbmarathon habe ich auf der ersten Hälfte so viel getrödelt genossen, dass ich am Ende mit 3:35 Stunden eine mordsmiserable Zeit gelaufen bin. Am Stilfser Joch habe ich 6:49 Stunden benötigt. Für einen Marathon schon übel, aber immerhin waren das 2500 Höhenmeter.

50 Meilen, 80 Kilometer also. Zwei Marathons. Ich brauche für einen normalen Marathon mal mehr, mal weniger als vier Stunden. Also, brauche ich für 80 km im schwierigen Terrain acht Stunden. Stimmt das? Mal eben den Zeitenrechner von Greif anwerfen – voilà: 7:57 Stunden! Passt doch. Mal überschlagen: Acht Stunden plus Höhenmeter plus Ermüdung plus Fotopausen = knapp unter zehn Stunden.

Da muss ich doch mal meinen Trainer Helmut Bezani von Lauffieber Dortmund fragen, ob das realistisch ist. Bis dahin vertage ich auch diese Entscheidung – aber nicht auf nach Weihnachten, sondern auf nach dem Rothaarsteig-Marathon. Nach dem werde ich eine Berechnungsbasis haben. Zwei Wochen später steht dann der Bottroper Herbstwaldlauf an – 50 Kilometer! Danach werde ich noch mehr wissen.

Noch viel mehr Fragen

Natürlich habe ich noch viel mehr Fragen. Die meisten sind aber organisatorischer Art. Ich bastele immer noch an der Reiseroute und plane den Urlaub um den Lauf herum mit Akribie. Für die Zeit nach dem Lauf steht eine Frage besonders im Fokus: Werde ich überhaupt laufen können?

Und dann die ganzen Fragen, die in Zukunft noch lauter werden – es wird sich um Wasser, Essen und mentale Stärke drehen. Ich bin gespannt.

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