Warum Laufschuhe immer ins Reisegepäck gehören

Endlich Urlaub! Faulenzen, essen, das Strandleben genießen, Kultur anschauen – und laufen. Natürlich auch laufen. Denn in Laufschuhen lassen sich Urlaubsorte aus einer ganz anderen Perspektive erkunden und erleben.

Irgendwie fand ich es immer freakig, wenn ich von Managern oder Promis las, die auf (Geschäfts-)Reisen immer ihre Laufsachen mitnehmen. „Haben die es denn so nötig, dass sie selbst am Ende der Welt oder in einer fremden Stadt unbedingt laufen müssen?“, fragte ich mich. Dabei müssen sie gar nicht, sie wollen. Und sie haben Recht!

Bei einem Sightseeing-Run kommt man auch an entlegene Orte.

Als Lauf-Neuling konnte ich es ganz gut aushalten, bei einem Kurzurlaub auch auf die Laufsachen zu verzichten. Allein die Logistik, die ungewaschenen Klamotten wieder nach Hause zu nehmen, schien mir zu kompliziert. Und wo soll man denn in einer fremden Stadt laufen? Ist das nicht gefährlich? Und wenn ich mich verlaufe?

Die größte Herausforderung: Wäsche zum Trocknen aufhängen

Alles Unsinn. Okay, bis auf die Klamotten-Frage. Das ist wirklich eine Aufgabe. Ich bin inzwischen dazu übergegangen, dass ich meinen Urlaubslauf eher gegen Ende des Trips mache. Denn selbst wenn man die Klamotten einer Handwäsche unterzieht, muss man sie ja irgendwie zum Trocknen aufhängen. Das ist wirklich eine Herausforderung und verlangt etwas Kreativität.

Ohne Lauf vor dem Frühstück hätte ich diese hübsche Gegend von London nicht gefunden.

Alle anderen Fragen sind schnell beantwortet. Wo soll man laufen? Am Hotel natürlich. Gefährlich? Nicht gefährlicher als ein Spaziergang. Verlaufen? Wozu habe ich ein Handy?

Fünf Gründe, warum du deine Laufschuhe mit in den Urlaub nehmen sollst:

Die Vorteile eines kleinen Urlaubsläufchens überwiegen alle Zweifel.

  1. Du kannst deinen Trainingsplan trotz Urlaubs einhalten.
  2. Du lernst deinen Urlaubsort aus einer neuen Perspektive kennen.
  3. Du entdeckst Orte, die du sonst vielleicht gar nicht entdeckt hättest.
  4. Du kommst weiter als bei einem Spaziergang.
  5. Du bekommst Kontakt zu Einheimischen.

München, London, Paris, Baltrum – die Laufschuhe sind immer dabei

Als ich noch kein Läufer war, habe ich ein paar Jahre lang in München gewohnt. Wenn ich nun zu Kurzbesuchen in die Stadt fahre, habe ich natürlich Laufsachen im Gepäck und erlaufe mir so die Stadt. Bei den letzten Aufenthalten konnte ich so kleine Ausflüge in den Flaucher und den Schlosspark Nymphenburg machen.

Intervall-Training im Parc des Buttes-Chaumant in Paris.

Wenn ich zum Marathon in Paris bin, laufe ich ja eh. Aber beim letzten Kurzbesuch hatte ich auch die Laufschuhe mit. Das Hotel hatte ich extra in der Nähe des Parc des Buttes-Chaumant ausgesucht, weil ich den Park noch nicht kannte. Bei einem wunderbaren Morning Run konnte ich im Park eine Intervalleinheit machen und kam dabei auch noch mit einem Trainer ins Gespräch, der mich fortan bei jeder Runde anfeuerte und mir die Vorzüge seiner Massage-Pistole zeigte (tolles Teil, will ich zu Weihnachten!).

Beim letzten Trip nach London lag unser Hotel in der Knüste, in der Nähe gab es aber Wasser – ein Speicherbecken und einen Fluss nebst Seitenkanal. Das alles lag aber nicht auf dem Weg in die City. Beim Morning Run bin ich also extra in Richtung Wasser gelaufen und habe eine wunderbare Ecke entdeckt. Die vielen, offenbar bewohnten Holzboote am lauschigen Kanalufer vermittelten mir einen völlig neuen Eindruck dieser sonst so hektischen Stadt.

Ein Lauf durchs menschenleere Baltrum bietet neue Perspektiven.

Auch meinen sehr kurzen Trip nach Kutaissi, Georgien, würzte ich mit einer kleinen Sightseeing-Runde, die mich sonst rund zwei Stunden gekostet hätte. Laufend dauerte sie nur halb so lang, ich konnte viele Eindrücke sammeln und hatte danach noch Zeit für für einen langen Ausflug in die weitere Umgebung.

Selbst dort, wo ich jedes Sandkorn mit Vornamen kenne – auf Baltrum -, entdecke ich laufend immer wieder neue Dinge oder Perspektiven. Es ist einfach etwas Anderes, ob ich zum Ostende spaziere, was fast schon eine kleine Wanderung ist, oder ob ich dort „mal eben“ hinlaufe. Laufend bin ich den Elementen viel intensiver ausgesetzt. Ein Lauf bei Sonnenaufgang über die noch menschenleere Insel ist mit nichts zu vergleichen.

Bei Wind und Wetter in kurzen Klamotten, den Regen auf der Haut, den vom Wind gepeitschten Sand an den Beinen, oder eine frische Brise, die einen heißen Sommertag erträglicher macht: In Laufschuhen ist alles intensiver.

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