Seit Monaten plagt mich nun der Fersensporn. Das heißt: Laufpause. Das wiederum heißt: mehr Kilos auf den Rippen. Inzwischen scheint aber Besserung in Sicht. Auf jeden Fall brauche ich Disziplin – und neue Schuhe.
Seit dem Ruhr Trail Run im September plagt mich eine schmerzende Stelle unter der rechten Ferse. Bis zum Phoenixsee-Halbmarathon konnte ich noch durchziehen, doch dann war Schicht im Schacht. Heißt: Seit Anfang Oktober habe ich keinen vernünftigen Lauf mehr gemacht. Kein Rhythmus, kein Flow, kein „Nur noch bis zur nächsten Kurve“. Stattdessen: Alltag.
Kapitulation beim Orthopäden
Stattdessen habe ich Dinge probiert: Triggerpunkte gesucht und gefunden, Schmerzen gelindert, Schmerzen verstärkt. Mal Hoffnung, mal Ernüchterung. Und irgendwann war es dann soweit: Kapitulation – ich bin zum Orthopäden gegangen.

Nun sind Ärzte keine Wunderheiler, aber dennoch gab es ab dem ersten Arztbesuch Fortschritte. Kein Wunder, der Mann war schließlich schon Mannschaftsarzt beim BVB und VfL Bochum. Die Methode: Stoßwellen-Therapie. Der Nachteil: Die Kasse bezahlt das nicht. Noch ein Nachteil: Die Sitzungen können wirklich schmerzhaft sein. Der Vorteil: Schon nach den ersten Terminen war eine spürbare Linderung da. Kein Zauber, aber Wirkung. Reicht ja fürs Erste.
Bittere Medizin: das Gym
Parallel zur Stoßwelle musste ich aber noch eine bittere Medizin schlucken: das Gym auf der Arbeit. Denn wer nicht läuft, aber weiter isst wie ein Hochleistungssportler, wird fett. Der Fahrradergometer wurde fortan mein Freund. Dreißig Minuten trampeln, 45 Minuten strampeln. Langweilig! Aber effektiv, sagen sie. Ab und an traute ich mich aufs Laufband, horchte in die Ferse hinein, bekam unterschiedlich zufriedenstellende Antworten. Mal wurde es nach einer Laufbandeinheit schlechter, mal blieb es unverändert. Aber es wurde nicht mehr schlechter, immerhin. Stillstand als Fortschritt – man wird ja bescheiden.
Als die Verzweiflung über die Zwangspause ein neues Stadium erreichte, dann der nächste Schritt auf der Eskalationsleiter: Ich habe Adiletten und die kleine Blackroll mit zur Arbeit genommen. Sobald ich am Platz war hieß es: Schuhe aus, Adiletten an, Schreibtisch zum Stehtisch machen, rechte Adilette weg, Fuß auf Blackroll – wunderbar! Das hat wirklich geholfen. Es ist schon praktisch, wenn einem nix peinlich ist. Die Kollegen haben sich inzwischen daran gewöhnt. Oder verdrängen es erfolgreich.
Die Waden malträtieren
Außerdem malträtiere ich meine Waden mit der großen Blackroll, um Spannung aus der Wade und somit von der Achillessehne und folglich auch von der Ferse zu nehmen. Auch das trägt zur Linderung bei. Keine Raketenwissenschaft, eher stumpfe Beharrlichkeit.

Inzwischen sehe ich tatsächlich Licht am Ende des Tunnels, habe 10-km-Läufe auf der weichen Finnbahn und im soften Schnee gemacht. Das hat wirklich gut funktioniert. Kein Ziehen, kein Nachtreten der Ferse am nächsten Morgen. Ein vorsichtiges Zurückmelden des Körpers: Geht wieder. Langsam. Aber es geht.
Und dann waren da noch die Schuhe!
Nun ist man als Läufer ja selten um eine Ausrede verlegen, wenn es um die Anschaffung neuen Schuhwerks geht. Aber ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich neue Treter aus therapeutischen Gründen brauche. Denn als am Fersensporn-verträglichsten haben sich Schuhe von True Motion herausgestellt. Das U unter der Ferse lässt die fiese Stelle beim Laufen so angenehm in ein Loch sinken. Ich trage im Alltag fast nur noch ein Paar eigentlich ausrangierter True Motion – ich weiß gar nicht, welches Modell. Und beim Laufen auf der weichen Finnbahn liefert der ultra-erprobte und eigentlich durchgelaufene True Motion Nevos Elements noch jede Menge wohltuenden Flausch. Medizinisch nicht belegt, subjektiv aber Gold wert.
Es geht also spürbar bergauf. Das muss es auch. Denn in nur noch neun Monaten steht bei mir das nächste Highlight an. Dafür brauche ich keine Ausreden mehr, sondern fitte Füße. Und Disziplin. Viel Disziplin. Aber immerhin wieder mit Aussicht auf Läufe – statt nur auf Ergometer-Minuten.

